WOZU NOCH JOURNALISMUS?

“Wozu noch Journalismus?” Diese Frage stellte der österreichische Journalist und Fernsehmoderator Armin Wolf vergangene Woche bei seinem Auftritt am Swiss Media Forum in Luzern. Und ja, auf den ersten Blick scheint die Frage durchaus berechtigt: In einer Welt, in der Menschen, Regierungen, Unternehmen und Organisationen ihre Informationen und Meinungen jederzeit via Social Media verbreiten können, braucht es keine Journalisten mehr. 

Doch reicht die reine Information, um unsere immer komplexer werdende Welt zu verstehen? Wer prüft die Fakten? Wer liefert Einordnung? Wer orientiert sachkundig, unabhängig, verständlich und verlässlich? Und noch weiter gedacht: Wie verständigen wir uns, wie können wir sachlich Debatten führen und wie gemeinsam Lösungen erarbeiten?

Wenn wir die Ereignisse der letzten Wochen betrachten, so stimmen wir Armin Wolf zu, der mit spürbarer Überzeugung sagt: “Was wir als Gesellschaft und als liberale Demokratien mehr denn je brauchen, ist ein Journalismus, der jene Fakten bereitstellt, die unser Gemeinwesen für eine sinnvolle öffentliche Debatte benötigt. Ohne eine gemeinsame Faktenbasis, auf die wir uns alle beziehen, können wir nämlich nicht sinnvoll miteinander diskutieren und nicht politisch streiten, sondern letztlich nur fruchtlos und immer aggressiver aneinander vorbeiagitieren.”

Wollen wir unsere Welt gestalten, müssen wir sie verstehen. Und dazu brauchen wir Journalismus. Heute genauso wie morgen.

Quelle: schweizermedien.ch